Günter Böhlke 
geb. 21.04.1943


Parkstr.2
56412 Grossholbach

Tel.: 02602 5440  Fax: 02602 5491

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1. Persönliche Notizen

Dies ist ein kurzer Abriss meiner Lebensgeschichte als Messermacher. Selbstverständlich ist sie noch nicht (und hoffentlich auch nicht so bald) abgeschlossen.

Seitdem im Jahre 1985 einige Bekannte bei mir während des Feldbogenschießens ein selbstgemachtes Messer gesehen haben, dieses bewunderten und auch so ein "Schmuckstück" haben wollten, mache ich als Hobby Gebrauchs-, Jagd- und Sammlermesser, auch mal antike Dolche und Schwerter; z.Z. ca. 30 Stück pro Jahr.
Obwohl ich auch kleinere und leichtere Messer mache, verrät die am häufigsten verwendete Machart, daß ich gerne die Belange der Feldbogenschützen berücksichtige: die Messer sind sehr stabil gebaut (z.T. mit über 6mm dicken Klingen) und haben einen Griff, der die Hand ausfüllt.
Es sind alles handgemachte Ein Messer, das in dieser Ausführung nur einmal hergestellt wird aus besten Materialien, die zum Teil nur durch meine guten Verbindungen zu den deutschen Profimessermachern in den von mir benötigten kleinen Mengen zu bekommen sind. Die Messerrohlinge werden mit einer selbstgebauten Bandsäge aus dem rohen, ungehärteten Stahl ausgesägt und aus der freien Hand an einem ebenfalls selbstgebauten Bandschleifer sowohl flachgeschliffen wie auch mit einem Hohlschliff versehen. Nach dem Härten in einer Härterei - ein Selbsthärten im Feuer ist bei den hauptsächlich verwendeten Chromstählen nicht möglich - bekommen die Klingen das Finish und die Beschläge wie Handschutz und Knauf sowie die Griffschalen werden angepaßt, montiert und bearbeitet. Die zugehörige Lederscheide wird für jedes Messer individuell angefertigt.
Nach dem Ätzen des Logos und Schärfen der Klingen bis zur Rasierprobe sind die Messer nach ca. 30 bis 50 Std. Arbeit fertig. So kann individuell nach Zeichnung oder mündlicher Absprache fast jeder Wunsch erfüllt werden.
Beim Anblick der Messer erscheint es vielen fast unglaublich, daß dies nur ein Hobby ist, für das ich mir die benötigten Kenntnisse und Fähigkeiten selbst erarbeitet habe, und welches mit meinem erlernten Beruf (Fernsehtechniker) und meiner derzeit ausgeübten Tätigkeit (Beamter) nichts zu tun hat.
Auf den z.Zeit nur bei den Ritterspielen auf der Marksburg (alle 2 Jahre) und auf dem Rittergut Stetten im Lonetal bei Ulm zeige ich die Bearbeitung der Griffe; dafür brauche ich keine Maschinen, da dies nur mit Feile und Schmirgel erfolgt. Viel wichtiger als das direkte Vorführen der Tätigkeiten ist mir jedoch, dem breiten Publikum erst einmal zu zeigen und zu erklären, daß es so etwas überhaupt gibt, daß nämlich 
    1. auch heute noch Messer individuell angefertigt werden, und 
    2. welche Schönheit und Vielfalt in den Messern (auch als Kunstobjekte!) stecken kann. Die Faszination, welche diese Art von Messern auf viele Besucher ausübt, entschädigt für viele Mühen, die solche Märkte bereiten. Die Mittelalter-Märkte bei Ritterspielen kann ich ausserdem jedem nur empfehlen, der ungewöhnliche und äußerst interessante Berufe und Hobbies kennenlernen will, wie z. B. meinen Freund Norman Hotum (110KB), der die mittelalterliche Buch- und Schriftmalerei zu seinem Beruf gemacht hat.

PS.: Obwohl ich mittlerweile auch einen professionellen Bandschleifer und eine Bandsäge habe, benutze ich die Eigenbaugeräte nach wie vor.


Mein Logo, mit dem ich meine Edelstahlmesser kennzeichne:

Pfeil und Bogen wegen der Herkunft meiner Messermacherei vom Bogenschiessen

Damastklingen pflege ich nicht mit einem Logo zu verunstalten.Ein kleiner Goldpunkt mit einem "B" ist das Höchste, wozu ich mich hinreißen lasse, um das Damastbild nicht zu stören.

Da ich nicht selber schmiede, arbeite ich bei den Damastmessern fast ausschließlich mit  Markus Balbach zusammen, dessen Homepage ich allen am Schmiedehandwerk Interessierten nur empfehlen kann.


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